Hallo liebe Fangemeinde!
Wie schon bei der Vorstellung angedeutet, hier nun die Dokumentation zu den ersten Arbeiten am Opa.
Der kleine Roller hat sich, trotz einiger ganz eigenen Schwächen, schon in mein Herz gefahren, sodass ich ihm nun ein kleines Update zukommen lasse. Und das obwohl der TÜV noch nicht ansteht😁
Was will ich machen? Nun zum einen scheinen die Federbeine hinten nicht mehr die dollsten, oder besser: immer noch die ersten zu sein. Und da ich den Roller ja schon durch mich alleine mit einigen an kg belaste, möchte ich hier gerne was neues einbauen,
Dann ruckelt er beim Anfahren ganz schön. Was meistens entweder auf ne schlaffe Kupplung oder eckigen Variomatik-Rollen zurück zu führen ist.
Da ich möglichst schnell mit dem alten Herren wieder Fahren möchte, wollte ich nicht erst alles zerlegen und dann erst die nötigen Teile bestellen. Außerdem hat er ja schon ein Alter wo man auch mal vorbeugend was machen kann. Somit ist die kpl. Variomatik und auch eine neue Kupplung schon gekauft und wartet auf den Einbau.
Und wenn man ihn dann schon halb auseinander hat, kann Frau ja auch mal versuchen eine einheitliche Farbe hin zu bekommen. Wohl gemerkt, ich will keine hochglanz Lackierung haben. Ich möchte nur das er vorn und hinten die gleiche Farbe hat.
Da ich das Gold von meinem PT Cruiser sehr mochte (und noch ein paar Reste von dem Lack habe), soll der Opa also Gold werden. Und Fokus wirklich auf einfach nur eine Farbe. Denn Macken im Lack gehören für mich bei so alten Fahrzeugen einfach dazu.
Und da Becki eh gerade nebenbei mächtig am Schweißen ist, ist die Luft sowieso nicht sauber genug um hier schicken Glanz zu realisieren.
Weil ich bei meiner Queen mit dem “Bumper” Spray gute Erfahrung gemacht habe, werde ich auch die grauen Plastikteile etwas auf hübschen. Passend zu der neuen kleinen Scheibe die ich extra aus Japan hab kommen lassen.
Soweit also zum Plan. Jetzt ab zu den Bildern 🙂

Dann also auf den Anhänger ab in die Scheune mit ihm.

Dann natürlich auch noch die hintere Verkleidung ab und erstmal an die “leichten” Tätigkeiten gemacht. Federbeine z.B.

Dann ging es um Variomatik, Hinterrad Bremse und co. Dabei ist auf gefallen, dass das Hinterrad irgendwie so gute 3-5mm Spiel hatte. Ich vermutete schon Radlager (was nicht auf meinem Einkaufszettel stand). Es stellte sich jedoch heraus, dass es “NUR” eine nicht fest gezogene Radmutter war!!! Zum einen zwar ein schön einfach zu lösendes Problem, andererseits bloß nicht drüber nachdenken das ich so durch die Gegend kurvte….
Nun aber erstmal das Hinterrad raus (wozu Frau den Auspuff abschrauben musste !!!) und die Bremsbeläge erneuert.
Dabei folgte sogleich das nächste staunen:

Die neuen Beläge passten nicht. Also den Lieferanten angeschrieben. Dieser wollte erstmal Fahrgestellnummer und co haben, da es wohl bauartbedingte Änderungen gab.
Ich gab ihm die geforderten Informationen. Mit dem dezenten Hinweis, dass es in der Zeit von 1987 bis 1999 mit Sicherheit keinerlei Änderungen an der Hinterrad Bremse gab. Da auch die original Ersatzteilnummer für alle Jahre immer die gleiche ist.
Daraufhin bekam ich ohne weiteren Kommentar mein Geld zurück.
Also alles gut.. nur nervt es, weil es wieder Zeit dauerte ein neuen Satz zu bestellen.

Die neuen passten dann auch auf Anhieb. So muss das sein. Jetzt also an die Variomatik und die Kupplung gemacht.




Nach dem Ausbau und Reinigen der Teile hat man gesehen, dass die Rollen teilweise schon sehr verschlissen waren. Sprich, nicht mehr rund waren sondern schon “platte” Flächen hatten. Das es “Rattert” wenn diese beim Beschleunigen nicht mehr nach Außen “Rollen” sondern eher “Rutschen”, kann man sich schon vorstellen.
Also, Chefin schon mal “zufrieden” dass was gefunden wurde, wodran das “Anfahrruckeln” liegen könnte.
Da die neue Variomatik dafür ausgelegt ist mit einer bestimmten Kupplungsfeder zusammen zu arbeiten, nun also auch diese, inkl. der Kupplung erneuert. Was gar nicht sooo einfach war, die Kupplungseinheit samt Feder von der Riemenscheibe zu lösen. Leider hab ich davon keine Bilder, aber das gekaufte “Spezialwerkzeug” war für mein Geschmack etwas zu labil. (Es hat sich verbogen beim Versuch die Kupplungsfeder zusammen zu drücken) Das werde ich mal optimieren und dann gibt’s nen eigenen Beitrag dazu.


Mit Hilfe von Beckis “Schraubstockfingern” und ein paar erfinderischen Werkzeugen haben wir es dann doch geschafft. Insgesamt war ich doch überrascht wie “einfach” es dann doch geht. Wenn man das richtige Werkzeug hat und weiß wie es geht (wie eigentlich immer, oder?)
Nun also nur noch alles einbauen, neuen Riemen drauf und fertisch.

Beim Riemen gibt Honda als verschleißgrenze eine Breite von 22mm vor. Der alte Riemen hatte 22,5mm der neue gut 25mm. Also auch hier zum richtigen Zeitpunkt ersetzt.

Bei der Kupplungsglocke habe ich den Flugrost noch mit etwas Rostumwandler versiegelt. Nicht das ich glaube das die durchrostet. Aber irgendwie mag ich ungern Rost einfach so weiter rosten lassen. Jetzt als nur noch deckel drauf und dann war’s das schon an nötigen mechanischen Wartungsarbeiten.
Danach gings dann an die optischen Geschichten.
Aber erstmal vorbereiten..

Da ich erst einmal was brauchte, wo ich meine Teile alle Aufhängen kann, musste ich ein paar Haken basteln. Da wir noch jede Menge uralte Schweißelektroden haben (mal als Altbestand irgendwo mit abgegriffen) und keiner von uns Elektrode schweißen kann, waren diese eine Super Materialquelle für die benötigten Haken 😎
Angefangen habe ich mit den seitlichen grauen Plastikteilen und dem Bumper-Spray.


Das sah schon echt gut aus. Aber ich habe mich dann doch dazu entschieden, mir schwarzes “Bumber Spray” zu organisieren und dann alles nochmal schwarz zu machen… passt irgendwie besser zu den geplanten Gold.
Danach ging es dann an die Lack-Teile

Also alle lackierten Teile mit 400er Papier angeschliffen. Und da ich ja eh keine “perfekte” Lackierung wollte (sowas lockt nur Neider an) habe ich auch bewusst nichts verspachtelt oder gefüllert. (Genauso wie bei den seitlichen Teilen auch nicht)


Dann, bevor ich alles Lackiere, erstmal an einem Teil einen kleinen Bereich lackiert, um zu sehen ob der neue Lack sich mit dem alten Lack verträgt oder nicht. Es wäre mehr als ärgerlich, wenn alles lackiert ist und ich dann nach 2 Tagen den ganzen lack wieder mit den Fingern abziehen kann.
Der Test wurde bestanden und es kann los gehen:


Nach dem der Basislack trocken war, sah das alles schon echt gut aus. Ich hatte es ohne Läufer und co. geschafft.
Prima, jetzt nur noch ein paar Schichten Klarlack und alles ist schick… dachte ich… doch der Klarlack war zum Einen von einer Dose zur anderen so unterschiedlich “flüssig” und zudem sehr viel “lauffreudiger”, sodass ich mir damit das eigentlich doch ganz gute Ergebnis etwas versaut hab.



Naja…es sollte ja eh keine supidupi Lackierung werden. Aber so ein bissel ärgerte es mich doch. Also habe ich am nächsten Tag versucht die Rotznasen weg zu schleifen und dann wieder etwas Klarlack drüber zu sprühen.
Das funktionierte sogar recht gut.
Was aber wirklich nervig war, selbst nach 14Tagen war der Lack och extrem empfindlich. Da ist man ohne druck mit irgendetwas gegen gekommen und schon hatte man wieder Macken drin.
Allerdings muss ich gestehen, wieder zusammen gebaut und von weitem betrachtet, ist das Ergebnis für mich mehr als OK🥰




So… nu isser Fertig. Natürlich hatte ich auch gleich Öl gewechselt, Luftfilter erneuert etc. Somit sollte er jetzt fit für die nächsten xTausend Kilometer sein.
Jetzt heißt es erstmal einen schönen Tag abwarten um ihn auf den eigenen 2 Rädern Heim zu bringen. Mit Glück wird es dieses Wochenende was.
Wenn Euch das gefallen / Interessiert hat, oder Ihr noch detailliertere Informationen wollt, lasst gern ein Kommentar da. Ich freu mich über jedes “Lebenszeichen” von Euch.
Viele Grüße und bleibt Jesund
Betty
